10. Mai 2009
alles war “super”, “weltklasse” und “großartig”. jeder war froh, dass “die besten aus 32.000 kandidaten” den weg ins finale gefunden haben. und am ende war alles “sooooo eng” – und doch hieß der sieger wie erwartet daniel schuhmacher. anschließend hatten sich alle weiterhin “sehr lieb”. bei so viel allgemeiner freundlichkeit würde es mich nicht wundern, wenn nun das bohlen-werk als duett veröffentlicht wird – zumindest als bonustrack wird die gemeinsame version mit sarah bestimmt herauskommen.
auch wenn es zum Abend der Tränen hochstilisiert wird: ein wenig mehr drama hätte nicht schaden können – aber nach annemaries ausstieg war auch die einzige weg, die die zuckersüße abendunterhaltung etwas schärfer gestalten hätte können. stattdessen saß sie im publikum und war genauso freundlich wie alle und gönnte beiden den sieg. in der samstag-ausgabe der BILD sah dies noch ganz anders aus: dort forderte sie: “Wählt heute Abend alle Daniel”.
jetzt bin ich gespannt, welches produkt aus dem profillosen daniel schuhmacher geformt wird. macht man ihn zu einer deutschen version von leona lewis oder kelly clarkson? … ach nein, hinter DSDS steht ja nicht simon cowell, sondern der dieter. also wird er vermutlich abwechselnd kitschige balladen und trallalalala-lieder singen – ganz wie mark medlock. und schnell wird aus der so genannten “weltklassestimme” ein produkt, das man auch mit jedem viertklassigen sänger umsetzen könnte.
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Verfasst von onlinezeitzeuge
28. Mai 2008
So sehr ich auch die Aufstellung einer eigenen Kandidatin der SPD zur Bundespräsidentenwahl unterstütze, so sehr wünschte ich mir doch einen anderen Umgang der Partei mit diesem Thema. Wer berät die SPD, insbesondere Kurt Beck, derzeit eigentlich bei der Kommunikation?
Zur Situation:
- Demoskopen verraten, dass ein nicht zu unterschätzender Bevölkerungsanteil nicht glaubt, die SPD würde 2009 keine Koalition mit der sogenannten Linken im Bund eingehen.
- Die Union nutzt dieses bestehende Mißtrauen von einigen Bevölkerungsteilen zu ihrem Vorteil – objektiv betrachtet ist das parteipolitisch gesehen ihr gutes Recht – indem sie immer wieder in die selbe Kerbe haut und der SPD unterstellt, eine rot-dunkelrote(-grüne) Koalition auf Bundesebene vorzubereiten. Damit schürt die Union das Mißtrauen gegen Abgrenzungsversuche der SPD natürlich noch weiter.
Ein Vorschlag zur Verbesserung der Kommunikation: Klare, stringente Aussagen treffen und bei diesen bleiben.
Das bedeutet:
Eine Abgrenzung gegen die sogenannte Linke sollte auch im Fall der Bundespräsidentenwahl deutlich vollzogen werden. Wo liegt denn die Konsequenz in einem Vorgehen, dass die Stimmen der sogenannten Linken für Frau Schwan im Mai 2009 akzeptiert – vielmehr: aktiv um sie wirbt – zugleich aber ein halbes Jahr später kategorisch ablehnt? Dieses Verhalten ist “dem Bürger” nicht vermittelbar!
Daher sollte die SPD wie von Müntefering angeregt einen kategorischen Verzicht auf eine Koalition mit Lafontaines Mannen von einem Parteitag beschließen lassen. Parallel sollte Prof. Schwan durch stetige Kommunikation deutlich machen, dass sie die Kandidatin der SPD ist. Dies kann nur durch klare Positionen und stetige Abgrenzung erfolgen. Wenn sie am Ende nicht Bundespräsidentin werden sollte, hätte sie immerhin ihrer Partei einen wichtigen Dienst erwiesen, indem sie die Ängste vor einer rot-rot(-grünen) Koalition im Bund ab 2009 ernst nimmt und nachhaltig hilft, diese zu zerstreuen. Nur so hat die SPD meiner Ansicht nach eine Chance, aus dem Dilemma herauszukommen, in dem sie sich (auch) durch den Aufstieg der sogenannten Linken befindet!
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Verfasst von onlinezeitzeuge
23. Mai 2008
Die gegenwärtige Diskussion darüber, wie sich die SPD in der Frage der Kandidatenbenennung zur Wahl des Bundespräsidenten verhalten soll, beginnt meiner Auffassung nach am völlig falschen Punkt. Es sollte zunächst überhaupt gar nicht darum gehen, dass Gesine Schwan möglicherweise von den falschen Unterstützern gewählt und damit ungewollte Signale für die kommende Bundestagswahl gesendet werden könnten. Auch ist es irrelevant, ob die SPD mit der Amtausübung von Horst Köhler mehr oder weniger zufrieden ist.
Vielmehr sollte eine Partei, die den Anspruch hat, Volkspartei zu sein, genügend Selbstbewusstsein besitzen, auch in einer Situation, in der manche an den Erfolgsaussichten zweifeln, einen eigenen Kandidaten aufzustellen. Hier geht es um einen wichtigen symbolischen Akt, der den eigenen Führungsanspruch und Handlungswillen demonstriert. Alternativ könnte die SPD gleich erklären, die CDU und deren Kandidaten können alles besser.
Die Entscheidung über die Benennung eines eigenen Kandidaten für das Amt des Bundespräsidenten hängt folglich stark mit dem eigenen Selbstverständnis der SPD in der gegenwärtigen Parteienlandschaft zusammen. Will man lenken, führen, repräsentieren – oder eben einlenken, zaudern, hinten anstehen.
Wenn die SPD eine Entscheidung über diese Frage gefällt hat, muss im zweiten Schritt natürlich versucht werden, eine Mehrheit für den eigenen Weg zu finden, mit der sowohl die Kandidatin als auch die Partei und deren Mitglieder leben kann. Auch wenn dies aufgrund der Mehrheitsverhältnisse nicht gelingen sollte, so hätte die SPD wenigstens verdeutlicht, dass sie nicht gedenkt, zur passiven und damit letztlich unwichtigen politischen Kraft zu degenerieren.
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Verfasst von onlinezeitzeuge
20. Mai 2008
Exakter formuliert müsste die Überschrift eigentlich heißen: “Die Agenda von Teilen des vierten Standes”… Schließlich sollte ich nicht pauschalisieren. Aber warum nicht ein wenig verallgemeinern, wenn es Aufmerksamkeit schafft. Genau dieser Maxime folgt der Journalismus schließlich auch sehr gern.
In diesen Tagen scheint es mir jedoch, als sei die derzeit beliebteste Frage unter Journalisten: “Wie können wir die weithin grassierende Politikverdrossenheit in der Bevölkerung noch schüren, verstärken, ja geradezu dauerhaft zementieren?” Gut: Die geplante – und nun gestoppte – Diätenerhöhung der MdBs war keine Sternstunde der Volksvertreter und wurde zu Recht auch von den Medien stark kritisiert. Doch mit der gegenwärtigen Berichterstattung zur Frage möglicher Steuersenkungen betreiben einige Redaktionen schlichtweg Politik. Nehmen wir das Beispiel der gestrigen ARD-Sendung “Fakt”.
Darin wurde unter dem Titel “Gieriger Staat” darüber “informiert”, dass die Staatseinnahmen in hohen Milliardenbeträgen steigen, während hingegen beim Bürger nichts ankommt. Tenor: “Der Staat kassiert nur. Er allein profitiert vom Aufschwung. Der Bürger guckt in die Röhre. Aber gibt der Staat in dieser Situation von seinen Einnahmen ab? Nein, der Staat ist und bleibt gierig!”
Von ausgewogener Berichterstattung keine Spur. Statt zumindest zu erwähnen, dass der Staat mit Hilfe dieser Einnahmen einen ausgeglichenen Haushalt anstrebt, ergoss sich die Redaktion in einer Schleife von Vorwürfen an die Politik, die einem weiteren Anstieg der Politikverdrossenheit unter den Bürgern Vorschub leistet.
In die gleiche Kerbe schlug der von mir sehr geschätzte Peter Hahne am vergangenen Sonntag in “Berlin direkt”: “Aber wäre es nicht auch verantwortungsvoll, wenigstens die Steuermehreinnahmen, die ja jetzt plötzlich sprudeln, wenigstens an die Bürger zurückzugeben?”, fragte er im Interview den parlamentarischen Geschäftsführer der Unionsfraktion, Norbert Röttgen.
Die Antwort kann nur lauten: Natürlich wäre es schön, die Steuern zu senken. Aber ein solcher Schritt macht keinen Sinn, wenn dadurch die Chance auf einen ausgeglichenen Haushalt bei der ersten Gelegenheit wieder verworfen wird. Peer Steinbrück steht vor der historischen Möglichkeit, als erster Finanzminister seit Jahrzehnten keine neuen Schulden aufnehmen zu müssen. Meiner Meinung nach sollten die Medien jene Diskussionen über Steuererleichterungen, die die Politik als “gierig” verunglimpfen, nicht noch anfachen. Das wäre ein verantwortungsvolles Handeln, wie es der vierte Stand stets auch von der Politik fordert!
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